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Der Rummelplatz der 16 bösen Fußball-Buben

Author: Thomas Look

DIE STORY IN KURZEN VIDEOS

DIE STORY IN KURZEN ESSAYS

Mysteriös, unberechenbar und anarchisch

Der Fußball hat Helden hervorgebracht. Strahlende und weniger strahlende. Vorbilder und weniger vorbildhafte. Good Guys und Rude Boys.

Und während den strahlenden Helden mit dem polierten Image etwas Langweiliges anhaftet, sind die bösen Buben anziehend wie ein Magnet. Mysteriös, unberechenbar und immer ein wenig revolutionär und gegen den Strich gebürstet. Anarchen halt, zügellose und regellose Gesellen, die sich durch keine Macht das Gesetz vorschreiben  lassen.

Rivaldo (rechts) 2004 im Duell mit Xabi Alonso. Foto: Getty Images
Rivaldo (rechts) 2004 im Duell mit Xabi Alonso. Foto: Getty Images

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

Landon Donovoan war einst für den FC Bayern aktiv. Foto: Getty Images

Das Faszinosum der Missetat

Mit der Grundeinstellung sind Konflikte vorprogrammiert. Das reicht von regelmäßigen Ausrastern auf dem Spielfeld bis hin zu schweren Fouls, Handgreiflichkeiten mit  Schiedsrichtern und Eskapaden außerhalb des Platzes mit viel Alkohol, anderen Drogen sowie strafrechtlich relevanten Delikten wie Betrug und Schlägereien. Drama pur.

Viele der Bösewichte hatten einst einen Bilderbuchstart in ihre Fußballer-Karriere – dann kamen die Fehltritte und irgendwann gerieten die bösen Buben aus der Spur. Trunkenheit auf dem Pitch, Schlägereien am Abend nach dem Spiel, Dealings und Wheelings mit lokalen Drogenkartellen, Kung Fu Einlagen im Stadion und Essen als Wurfgeschoss.

Wir haben einige der „bösesten“ Buben der neueren Fußball-Geschichte in unserem Beitrag zusammengefasst, erzählen etwas über die Hintergründe und beschreiben, was an den 16 bösen Buben so interessant und spannend ist (war).

Das Faszinosum der Missetat kombiniert mit Können und einer speziellen Attitüde, die sich nur wenige leisten können. Wenn die Ehefrau meckert oder der Chef schwadroniert 😊

Von "dumm gelaufen" bis dämlich und megalomanisch

Eric Cantona - ein ganz besonderer Böser Bube. Foto: Getty Images
Eric Cantona - ein ganz besonderer Böser Bube. Foto: Getty Images

Wir starten mit einer Arsenal-Legende, die sich nach der Karriere als Nationalspieler als Geldfälscher, Puffbesitzer und Importeur von exzentrischen Pornos versuchte.

Wir berichten über einen Schalke-Stürmer, der wegen Bankraubs, Einbrüchen, Kokainhandels und Körperverletzungen mehr als 20 Jahre in der Zelle verbrachte. Wir werfen einen Blick auf einen Teilnehmer der WM 2018, einen alten Mexikaner, der seine größten Erfolge in Spanien feierte und heute als eine Art Pate der speziellen Art gilt.

Wir berichten über einen Bundesligaprofi, der komplett auf die falsche Seite des Gesetzes geriet, aber ein Super-Comeback hinlegte. Und wir beschreiben wie ein Superstar im Stadion gerne mal die Sportart wechselte, Kung Fu der besonderen Art.

Insgesamt 16 Geschichten, die es wert sind erzählt zu werden. Ohne moralisierendes Getue und immer mit einem kleinen Augenzwinkern…Im Nachhinein sieht alles entspannter aus…

Rummelplatz 16 – 14: Von "Sneaky Pete" bis zum kriminellen Ruhrpott-Willi

Peter Storey - Nationalspieler und Arsenal-Legende. Foto: Getty Images
Peter Storey - Nationalspieler und Arsenal-Legende. Foto: Getty Images

16. Peter Storey - Die Arsenal-Legende

Peter Storey begann seine Karriere in der Jugendmannschaft des FC Arsenal. 1961 kam er zu den Gunners. Vier Jahre später gab der Innenverteidiger sein Debüt gegen Leicester City. Ein guter Start.

Kurze Zeit später wurde „Sneaky Pete“ Stammspieler in London und als solcher vom Verteidiger zum defensiven Mittelfeldspieler umgeschult. Mit dem FC Arsenal gewann er 1970 den UEFA-Cup, und jeweils ein Mal die englische Meisterschaft und den englischen Pokal. 1977 wechselte er für 10.000 £ zum FC Fulham. Nach nur einem Jahr in Fulham beendete er seine aktive Karriere.

International spielte er 19 Mal für die englische Fußballnationalmannschaft. Sein Debüt gab er 1971 gegen Griechenland.

Erfolge

1 × englischer Meister mit dem FC Arsenal: 1971

1 × englischer Pokalsieger mit dem FC Arsenal (1971)

1 × Messepokal-Sieger mit dem FC Arsenal: 1970

Puffbesitzer, Autodieb, Importeur von exzentrischen Pornos

"Sneaky-Pete" wie es ihm gefiel. Foto: Getty Images
"Sneaky-Pete" wie es ihm gefiel. Foto: Getty Images

Das klingt alles wie eine saubere und geordnete Karriere. Doch vielleicht reichte das verdiente Geld eben doch nicht aus, um den Lebensstil, den sich Storey als Profi angewöhnt hatte,  nach der Karriere zu halten. Und womit auch?

Die Steuern im England der 70er Jahre waren zudem exorbitant hoch. Im Jahre 1974 erhöhte sich auf der Insel der Spitzensteuersatz auf 83 %, den höchsten Wert nach dem zweiten Weltkrieg. Er wurde auf Einkommen über 20.000 £ angewendet und konnte sich in Kombination mit einem Zuschlag von 15 % auf so genannte „unverdiente“ Einkommen (Investment und Dividenden) auf einen Grenzsteuersatz von 98 % addieren. 1974 betraf dieser Grenzsteuersatz etwa 750.000 Personen.

Storey schlug jedenfalls eine zweite Karriere der besonderen Art ein und geriet auf diesem  zweiten Bildungsweg auf die schiefe Bahn. Nach seinem Karriere­ende verdingte er sich unter anderem als Puffbesitzer, Autodieb, Importeur von exzentrischen Pornos und unbeholfener Fälscher von Goldmünzen und Banknoten.

1980 nahm ihn die Polizei wegen Münzfälscherei hops. Drei Jahre Haft. Heute ist der Ex-Nationalspieler Taxifahrer.

15: Mickey Thomas - Geldwäscher und "Frauenschmuggler"

Ein quirliger, kleiner Stürmer - Mickey Thomas. Foto: Getty Images
Ein quirliger, kleiner Stürmer - Mickey Thomas. Foto: Getty Images

Mickey Thomas spielte für Manchester United und Chelsea London und führte ein extravagantes Leben.

Erst wurde er berühmt, dann musste er eine Zeit lang unter der Brücke schlafen. Er schmuggelte Frauen im Dunklen in die Umkleidekabinen der Stamford Bridge und wurde wegen Geldfäscherei für 1.5 Jahre Gefängnis eingesperrt.

“I still have problems, financial problems,’’ sagte Thomas vor ein paar Jahren englischen Journalisten und fuhr dann fort:

“My life has had some highs and lows. I was a kid growing up on a rough council estate, we didn’t have much money and I was thick. I couldn’t spell – even my own name – so writing off for trials was hard.’’

"I had demons in my system."

Party, Boozing und dann...? Foto: Getty Images
Party, Boozing und dann...? Foto: Getty Images

Mickey Thomas ist irgendwo typisch für einen Teil der Profiszene der 70er und 80er Jahre des 20. Jahrhunderts. Schlechte Schulbildung, zu wenig während der Profikarriere verdient, um für den Rest des Lebens gar nichts mehr machen zu müssen,  der Wunsch nach Fortführung des hohen Lebensstandards, den ein Profi so hat, keine Chance sich im Medienbereich als Kommentator oder Experte den Lebensunterhalt zu verdienen. Thomas fasste es später so zusammen.

“John Neal (Trainer des FC Chelsea von 1981 – 1985) understood I had demons in my system. I used to hate walking the streets. I felt intimidated.

Although I came over happy, boisterous and cocky, I wasn’t. That was a front. On the opening day of one season for Wrexham, against Walsall, I had an outstanding game, but I couldn’t handle the pressure. I walked out. John found me and brought me back.’’

Heute ist Thomas ein gefragter “after-dinner speaker”, ein Geschichtenerzähler. Standardgag:

“So Roy Keane’s on 50 grand a week? Mind you, I was on 50 grand a week until the police found my printing machine!”

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

Nico Patschinski spielte unter anderem für Union Berlin. Foto: Getty Images

14. Willi Kraus - Der kriminelle Ruhrpott-Stürmer

Willi Kraus war ein guter Stürmer. Foto: Imago
Willi Kraus war ein guter Stürmer. Foto: Imago

Willi Kraus wurde mitten im zweiten Weltkrieg (* 1. Mai 1943) geboren. Er starb am 19. Oktober 2008. Der Stürmer entstammte der Jugend des FC Schalke 04. Dort spielte er unter anderem mit Stan Libuda zusammen.

Da er im Gegensatz zu diesem den Sprung in die erste Mannschaft nicht sofort schaffte, spielte Kraus 1963/64 für ein Jahr beim niederländischen Verein Go Ahead Eagles Deventer. Anschließend wechselte er zu Tennis Borussia Berlin, mit denen er 1965 Meister der Regionalliga Berlin wurde, in der Aufstiegsrunde zur Fußball-Bundesliga jedoch knapp scheiterte. 1966 kehrte Kraus nach Gelsenkirchen zu seinem Stammverein Schalke 04 zurück. Dort wurde er in den Bundesliga-Spielzeiten 1966/67 und 1967/68 ein durchaus wichtiger und anerkannter Spieler. In 36 Bundesligaspielen erzielte er 16 Tore.

Nachdem er seine Spielerlizenz wegen Diebstählen verloren hatte, spielte er in der Saison 1968/69 für Eintracht Gelsenkirchen in der Regionalliga West. Danach beendete er Karriere 1.

Spielerkarriere

1962–1963: FC Schalke 04

1963–1964: Go Ahead Eagles Deventer

1964–1966: Tennis Borussia Berlin

1966–1968: FC Schalke 04

1968–1969: Eintracht Gelsenkirchen

Mehr als 20 Jahre im Knast

Die kriminelle Energie des Ruhrpott-Willi. Foto: Imago
Die kriminelle Energie des Ruhrpott-Willi. Foto: Imago

Und startete Karriere 2. Für die brauchte er keine Lizenz und wohl auch keine Zusatzausbildung.  

Denn die bestand aus Banküberfällen, Einbrüchen, Kokainhandel, Körperverletzungen, und vielem mehr.

Allerdings stellte sich Kraus hierbei auch so “ungeschickt” an, dass er regelmäßig von den Gesetzeshütern erwischt wurde. Mehr als 20 Jahre verbrachte Kraus am Ende hinter Gittern. Mitspieler blickten in einer Mischung aus Bestürzung und Verwunderung auf den Stürmer zurück.

»Im Trainingslager versteckte Willi eine Pistole unter dem Kopfkissen«, erinnerte sich Günter Herrmann, Nationalspieler in den 60er Jahren und Mitspieler bei Schalke 04..

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