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Diese 11 Fußball-Stars endeten tragisch

DER GANZE POST IN EINZELNEN KURZVIDEOS ODER ALS DOSSIER

Wenn man ganz oben im nationalen oder internationalen Fußballgeschäft war, ganz oben, sollte das bis Mitte 30 verdiente Geld eigentlich ausreichen, um mit Hilfe einiger fortgesetzter Werbeeinnahmen ein einigermaßen auskömmliches Leben zu führen.

Es kann aber auch anders kommen

Socrates war ein brasilianischer Nationalspieler. Foto: Getty Images
Socrates war ein brasilianischer Nationalspieler. Foto: Getty Images

Doch es gibt eine ganze Reihe von Fällen, da hat das Geld aus der Fußballkarriere nicht gereicht. Und die Superstars verarmten nach der Karriere und starben in Armut.

Oder sie endeten im Suff, in der Gosse oder brachten sich sogar um. Einige starben auch durch einen tragischen Unfall viel zu früh. Oder sie hatten einfach psychische Probleme.

Wir beschreiben die 11 tragischsten Fälle der Fußballgeschichte. Die Teilnahme am RTL Dschungelcamp reichte übrigens nicht zur Aufnahme in die Liste. Genauso wenig wie einige dämliche ruinöse Immobiliengschäfte.

Lebensdramen einiger der größten Fußballer und Trainer aller Zeiten

George Best 2004 bei einem Match zwischen Portsmouth und Chelsea Foto: Getty Images
George Best 2004 bei einem Match zwischen Portsmouth und Chelsea Foto: Getty Images

Denn es geht uns um wirklich tragische Fälle. Um die Lebensdramen von einigen der größten Fußballer und Trainer aller Zeiten. Und es sind diverse Nationalitäten und Fußballer aus verschiedenen Fußball-Epochen in unserem Post.

Aus den Anfängen des professionellen Fußballs, dem goldenen Zeitalter der fußballerischen Spielfreude von 1945 bis 1970 und der globalisierten Fußballszene der letzten 50 Jahre.

Und es sind alle vertreten. Überragende Stürmer, geniale Trainer, filigrane Mittelfeldspieler, Torhüter mit dem gewissen Etwas. Und Abwehrkanten, die im richtigen Leben versagten oder einfach nicht zurechtkamen.

Vielleicht fehlte ihnen der Ruhm auf dem Platz, die Tatsache nicht mehr in der Öffentlichkeit zu stehen, die Bewunderung der Fans. Vielleicht hatten sie aber auch einfach nicht gelernt, wie man im richtigen Leben außerhalb der Arena zurecht kommt.

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Landon Donovoan war einst für den FC Bayern aktiv. Foto: Getty Images

Auch Trainer sind betroffen

Branko Zebec 1980 als Trainer des Hamburger SV beim Spiel zwischen Stuttgart und dem HSV. Foto: Getty Images
Branko Zebec 1980 als Trainer des Hamburger SV beim Spiel zwischen Stuttgart und dem HSV. Foto: Getty Images

Das Ende war jedenfalls in allen Fällen tragisch. Denn so hoch sie in ihrer Fußball-Karriere flogen, so tief endeten sie. Ausnahme sind natürlich die Trainer. Zum Teil ebenfalls hervorragende Fußballer hielten diese den Druck an der Seitenlinie nicht aus.

Und hier ist auch die Bundesliga vertreten. Wobei unsere Auswahl mit Sicherheit nicht die einzigen Trainer (und Spieler umfasst), die gesoffen haben.

Nur hatten und haben sie sich unsere Beispiele eben nicht so im Griff wie einige andere, die nach den Spielen soffen und eben nicht offensichtlich an den Folgen des Alkoholkonsums starben.

Er verlor nur ein Spiel mit seiner Nationalmannschaft

Reinhard Libuda wird auf Schalke noch heute verehrt. Foto: Imago
Reinhard Libuda wird auf Schalke noch heute verehrt. Foto: Imago

Das tragischste Beispiel für uns ist ein Volksheld, der zu den besten Spielern aller Zeiten gehörte. Wenn er zusammen mit dem anderen Genius auf dem Platz stand, verlor sein Team kein einziges Spiel.

Überhaupt verlor er mit der Nationalmannschaft nur ein Spiel. Eine Leistung, die bis heute unerreicht ist und wohl auch für lange Zeit bleiben wird. Diese Geschichte erzählen wir zum Schluss des Beitrags.

Tragik 11 – Tragik 9: Vom Klassenschelm bis zur Ruhrpottlegende

Paul Gascoigne spielte drei Jahre für die Glasgow Rangers. Foto: Allsport
Paul Gascoigne spielte drei Jahre für die Glasgow Rangers. Foto: Allsport

11. Paul Gascoigne und die Boozing-Kultur der englischen Arbeiterklasse

Paul Gascoigne war einmal der großartigste Fußballer Englands. Heute ist er eher ein Wrack – nach diversen gespenstischen Auftritten in der Öffentlichkeit und diversen fehlgeschlagenen Alkoholentzugen. Wie konnte es nur so weit kommen? 

Ein Grund: Es gehört zu den Dramen in Gascoignes Leben, dass er die Rolle des Klassenschelms nie loswerden kann.

Schon als begnadeter Fußballer war er der notorische Clown in allen Mannschaftskabinen. Und bis heute glucksen die Leute über Klassiker aus dem Anekdotenschatz des von Alkohol- und Drogensucht gezeichneten Ex-Profis.

Suff gegen Einsamkeit und Langeweile

Paul Gascoigne bei einer Veranstaltung im Jahr 2013. Foto: Getty Images
Paul Gascoigne bei einer Veranstaltung im Jahr 2013. Foto: Getty Images

Etwa wenn er erzählt, wie er damals die Fußballschuhe seines kompletten Teams vertauscht hat. Oder wie er eigenhändig einen Bus voller Touristen um den Piccadilly Circus herumsteuerte.

Dafür lieben sie ihn in England. Boozing ist auf der Insel immer noch gesellschaftsfähig

Doch in Wahrheit gab es über ihn schon kurz nach Ende der Karriere als aktiver Fußballer nichts mehr zu lachen. Er schwebe in akuter Lebensgefahr, kommentierte Gascoignes Manager nach einem sinnfreien öffentlichen Auftritt Gascoignes im Jahr 2015 in einem Gespräch mit der BBC.

„Er braucht dringend Hilfe.“

Tiefpunkt im Jahr 2015

Paul Gascoigne scheint hier Schmerzen zu haben. Foto: Getty Images
Paul Gascoigne scheint hier Schmerzen zu haben. Foto: Getty Images

2015 war der bis dato absolute Tiefpunkt im Leben des Mannes, der mal der großartigste Fußballer Englands war, die Hoffnung einer Sportnation. Wie konnte es nur so weit kommen?

Tatsächlich brachte der junge Paul Gascoigne alles mit, was man für eine gute Sportlerstory braucht. Er stammte aus ärmlichen Verhältnissen, kicken lernte er mit einem Tennisball, weil sich seine Eltern keinen Fußball leisten konnten. Bald wurde er als großes Talent entdeckt und unterschrieb einen Vertrag bei Tottenham Hotspur.

1988 wählte man ihn zum „Nachwuchsfußballer des Jahres“. Seinen Durchbruch aber schaffte „Gazza“ bei der Weltmeisterschaft 1990 in Italien, als herausragender Akteur führte er die englische Auswahl bis ins Halbfinale.

Unvergessen ist die Szene, in der Gascoigne im Duell gegen Deutschland die zweite gelbe Karte bekam – und hemmungslos in sein Trikot heulte, weil er nun für ein mögliches Finale gesperrt gewesen wäre.

Doch so weit kamt es nicht: Gegen Deutschland war im Elfmeterschießen Endstation, England schied aus.

Vielleicht war „Gazza“ nie besser als während dieser WM – dribbel- und kampfstark, ein Antreiber mit unkonventionellen Ideen. Und doch gab es bereits damals die selbstzerstörerische Seite des Engländers. In seiner Autobiographie beschrieb er später, wie er in der Nacht vor dem Deutschlandspiel keinen Schlaf fand.

Ruhelos wanderte er durchs Hotel und trat schließlich zur Zerstreuung auf der hauseigenen Anlage zum Tennismatch gegen zwei Amerikaner an. Und das in der Nacht vor dem wichtigsten Spiel seiner Karriere.

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Nico Patschinski spielte unter anderem für Union Berlin. Foto: Getty Images

Alkohol und Tabletten

Paul Gascoigne - Diese 30 Fußballstars gingen Pleite
Paul Gascoigne wird nach wie vor verehrt. Foto: Getty Images

Später griff Gascoigne gegen seine Schlaflosigkeit immer häufiger zu Alkohol und Tabletten. Ständige Verletzungen und Undiszipliniertheiten warfen ihn sportlich zurück, in den Pausen vom Fußball entdeckte er den Suff als Mittel gegen Einsamkeit und Langeweile.

1992 wechselte Gascoigne zu Lazio Rom, nach ein paar enttäuschenden Jahren in Italien zog er weiter zu den Glasgow Rangers.

Dort klappte es sportlich wieder besser, doch immer wieder geriet er mit privaten Eskapaden in die Schlagzeilen. Seine Frau Sheryl prügelte er 14 Wochen nach der Hochzeit krankenhausreif; nach der kostspieligen Scheidung und diversen Saufexzessen machte „Gazza“ 1998 Bekanntschaft mit einer Entzugsklinik.

„So wird Gascoigne nicht mal 40“,

hieß es schon damals im  „Kicker“.

Binge Drinking und Boozing

Paul Gascoigne schaut sich 2011 eine Partie zwischen Newcastle und Tottenham - zwei seiner Exvereine - an. Foto: Getty Images
Paul Gascoigne schaut sich 2011 eine Partie zwischen Newcastle und Tottenham - zwei seiner Exvereine - an. Foto: Getty Images

Binge Drinking und Boozing sind in England sowohl in der Arbeiterschicht als auch in der bürgerlichen Mittelschicht und der Oberschicht immer noch ein ausgeprägter Teil der Alltagskultur.

„Betrunken wie ein Lord“ ist heute noch genauso eine typische Redewendung wie die alten Rituale des Zutrinkens und Wettsaufens gerade im Arbeitermilieu nach wie vor eine Bedeutung haben.

Umso verblüffender ist es, welche Leistungen Gascoigne auch in seiner späten Karrierephase noch zeigte. 2002, als er bei Everton unter Vertrag stand, betankte er sich – so schilderte er es später in einem Interview – vor dem Match gegen Sunderland mit dreieinhalb Flaschen Wein, zwei dreifachen Brandys und 13 Schlaftabletten.

Gascoigne spielte, fuhrt nach Hause und schlief ein. Als er am nächsten Morgen aufwachte, sagte er später, habe er sich an nichts erinnert. Aber neben seinem Bett stand eine leere Champagnerflasche. Man hatte ihn zum „Man of the Match“ gewählt. Doch solche Lichtblicke konnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass es nun mit der sportlichen Karriere steil bergab ging.

Zum Schluss tingelte er von Club zu Club, probierte es nacheinander mit Engagements in der englischen zweiten Liga, in China, Portugal und schließlich im Jahr 2005 als Trainer beim Sechstligisten Kettering Town.

Dort wurde er nach nur 39 Tagen entlassen – Gascoigne sei „vor, während und nach Spielen der ersten Mannschaft alkoholisiert“ gewesen, heißt es von der Klubführung.

Währenddessen wurde die Liste seiner Alkohol- und Drogeneskapaden immer eindrucksvoller.

Vier Flaschen Whiskey und 16 Linien Koks

Paul Gascoigne gab sich zeitweise laut eigener Aussage vier Flaschen Whiskey und 16 Linien Koks am Tag. Foto: Getty Images
Paul Gascoigne gab sich zeitweise laut eigener Aussage vier Flaschen Whiskey und 16 Linien Koks am Tag. Foto: Getty Images

„Vier Flaschen Whiskey und 16 Linien Koks“

gab sich Gascoigne nach eigener Aussage in dieser Zeit – und zwar täglich.

2008 landete er insgesamt dreimal in der Psychiatrie, einmal, nachdem man ihn betrunken und verwirrt in einem Londoner Friseursalon aufgegriffen hatte. Ein halbes Jahr verbrachte der gefallene Fußballer damals in einer Reha-Einrichtung und zog danach in eine Wohnung am Meer, in Bournemouth.

Zunächst schien es, als hätte er sein Leben gerade noch in den Griff bekommen. Doch dann folgte jener erschütternde Auftritt bei der Charity-Gala in Northampton. Etwas, so schien es, hatte Gascoigne erneut aus der Spur gebracht.

Es folgte der nächste Entzug. Radio-Moderator Chris Evans, Kricketspieler Ronnie Irani, Ex-Fußballstar Gary Lineker und TV-Moderator Piers Morgan setzten ihn laut der „Sun“ in ein Flugzeug nach Phoenix, Arizona. Weil Gascoigne pleite war, sollen sie auch die Kosten für die dortige Entzugsklinik übernommen haben.

Natürlich blieben ihm die Boulevardmedien auch in Amerika auf der Spur. Es gab sofort  ein Foto, das Gascoigne gleich nach der Ankunft in Phoenix zeigte. Die „Sun“ hatte es gedruckt. Man sah Gascoigne, wie er in einer Flughafenbar kauerte. Er hatte sich ein großes Glas Bier bestellt.

Ob Gascoigne die Kurve kriegt oder endet, wie George Best? Ob er überhaupt dessen Alter erreicht?  All das ist ungewiss. Viel Glück..

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10. Diese 11 Fußball-Stars endeten tragisch – Socrates und der Suff

Sócrates war eine Ikone das brasilianischen Fußballs. Foto: Getty Images
Sócrates war eine Ikone das brasilianischen Fußballs. Foto: Getty Images

Sócrates Brasileiro Sampaio de Souza Vieira de Oliveira (bekannt als Dr. Sócrates; * 19. Februar 1954 in Belém; † 4. Dezember 2011 in São Paulo) war ein brasilianischer Fußballspieler und Kinderarzt. Socrates ist der Inbegriff des tragischen Helden.

Im August 2011 wurde Sócrates mit Magenblutungen und entzündeter Leber in ein Krankenhaus eingeliefert und musste mehrere Tage auf der Intensivstation verbringen. In diesem Zusammenhang machte er seine Alkoholprobleme öffentlich. Am 4. Dezember 2011 starb er im Alter von 57 Jahren in São Paulo an einer durch eine Darminfektion verursachten Sepsis.

Socrates debütierte in der Selecao am 17. Mai 1979 gegen Paraguay und spielte insgesamt 60 Mal für die brasilianische Fußballnationalmannschaft. Dabei erzielte der Mittelfeldregisseur 22 Tore. Sócrates war Brasiliens Kapitän bei den Fußballweltmeisterschaften 1982 in Spanien und 1986 in Mexiko.

Er blieb ohne großen Titel mit der Selecao

Socrates war ein brasilianischer Nationalspieler. Foto: Getty Images
Socrates war ein brasilianischer Nationalspieler. Foto: Getty Images

Der Mann mit dem längsten Namen unter allen je offiziell registrierten WM-Teilnehmern war die treibende Kraft in der Offensive der brasilianischen Nationalmannschaft der 1980er Jahre. Sócrates bildete zusammen mit Zico, Falcão und Toninho Cerezo das „magische Mittelfeld-Quartett“ Brasiliens, das auch die „Fantastischen Vier“ genannt wurde.

Dieses Team konnte, obwohl besonders vor der WM 1982 in Spanien favorisiert, nie den Weltmeistertitel gewinnen. Es gilt in Brasilien zusammen mit der 1970er Weltmeistermannschaft um Pelé dennoch als die beste Seleção aller Zeiten. Besonders unglücklich war dabei das Ausscheiden bei der WM 1986. Denn dort scheiterte das Team unglücklich knapp vor dem Halbfinale.

Und Sócrates, der Elfmeter immer aus dem Stand schoss, vergab. Platini und Júlio César vergaben ebenfalls und Frankreich gewann das Elfmeterschießen mit 4:3. Nach der WM trat Sócrates von der Nationalmannschaft zurück.

Täglich 20 Zigaretten

Ein Stadion nimmt Abschied von Socrates. Foto: Getty Images
Ein Stadion nimmt Abschied von Socrates. Foto: Getty Images

Falcão und Zico folgten ebenfalls, so dass eine der großen Ären der brasilianischen Nationalelf zu Ende ging. Allerdings auch eine der erfolglosesten. Denn zu einem Weltmeistertitel reichte es eben nicht.

Nach eigener Aussage rauchte Socrates täglich 20 Zigaretten, trainierte eher wenig, feierte aber umso mehr. Bei Corinthians São Paulo setzte er basisdemokratische Strukturen durch (die sogenannte Democracia Corinthiana), so dass die Spieler fortan alles bestimmten. Von den Trainingszeiten bis hin zum Speiseplan.

Sócrates, der 192 cm groß war, aber nur Schuhgröße 41 hatte und berühmt für seine Absatzkicks und Steilpässe mit der Hacke war, galt als Enfant terrible des brasilianischen Fußballs.

„Ich möchte an einem Sonntag sterben und Corinthians (São Paulo) soll Meister werden“

Socrates rauchte laut eigener Aussage täglich 20 Zigaretten, trainierte eher wenig, feierte aber umso mehr. Foto: Getty Images
Socrates rauchte laut eigener Aussage täglich 20 Zigaretten, trainierte eher wenig, feierte aber umso mehr. Foto: Getty Images

Er rief die Fans dazu auf, sich gegen die damalige Militärdiktatur und für die Demokratie zu engagieren. Zu seinen fußballerischen und politischen Mitstreitern gehörten der Kommunist und linke Verteidiger Wladimir sowie  der damals noch junge Walter Casagrande.

Während der zwei Meisterschaften 1982 und 1983 nutzten Casagrande und die Democracia Corintiana immer wieder den Fußballplatz zur Demonstration ihrer politischen Einstellung, um beispielsweise in Trikots aufzulaufen, die den Slogan „Demokratie jetzt“ trugen.

Sócrates war studierter Arzt und wurde daher auch Dr. Sócrates genannt. Da er parallel zu seiner Laufbahn als Fußballprofi sein Studium absolvierte, verpasste er die Teilnahme an der WM 1978 in Argentinien. Im Jahr 1983 antwortete er in einem Interview auf die Frage, wie er sterben wolle mit:

„Ich möchte an einem Sonntag sterben und Corinthians (São Paulo) soll Meister werden“.

Und Sócrates starb an einem Sonntag. Un, wenige Stunden danach gewann Corinthians die Meisterschaft.

Erfolge:

Südamerikas Fußballer des Jahres: 1983

Mit Botafogo-SP

Gewinn des Vicente Feola Turniers: 1976
Gewinn des Taça Cidade de São Paulo: 1977

Mit Corinthians

Gewinn der Campeonato Paulista: 1979, 1982 & 1984

Mit Flamengo

Gewinn der Campeonato Carioca: 1986
Campeonato Carioca Finalteilnehmer: 1987
Gewinn der Copa União: 1987

Mit Brasilien

Dritter der Copa América 1979
Vize-Meister der Mini-WM 1980/81[6]
Vize-Meister der Copa América 1983
FIFA Fair Play Trophy der FIFA 1982

9. Reinhard „Stan“ Libuda (Von Schalke zu Dortmund nach Schalke)

Eine Reinhard-Libuda-Briefmarke.
Eine Reinhard-Libuda-Briefmarke.

An Gott kommt keiner vorbei – das Stand auf einem Plakat im Pott. In den 60er Jahren war das. Ein unbekannter Fan schrieb darunter: Außer Stan Libuda….

Reinhard „Stan“ Libuda ist noch heute eine Legende im Ruhrpott, eine Art deutscher Garrincha. Und das sowohl bei Schalke 04 als auch bei Borussia Dortmund.

Der Spitzname Stan kommt übrigens von Sir Stanley Mathews, dem englischen Superrechtsaußen. Der ehemalige Nationalspieler spielte für beide Vereine – Schalke 04 und den BVB.

Wie es anfing

Reinhard Libuda (links) war - genaus wie Franz Beckenbauer - eine prägende fußballerische Figur seiner Zeit. Foto: Imago
Reinhard Libuda (links) war - genauso wie Franz Beckenbauer - eine prägende fußballerische Figur seiner Zeit. Foto: Imago

Seine Karriere begann der Rechtsaußen in der Jugend von Gelsenkirchen, ehe er 1961 in den Profikader aufstieg und zum Schalker Publikumsliebling avancierte.

1965 wechselte Libuda dann zum Erzrivalen nach Dortmund. Dort schoss er mit der berühmtesten Bogenlampe Deutschlands den BVB 1966 zum Europapokal der Pokalsieger.

Zwei Jahre später ging er wieder zurück zu seinem Herzensverein Schalke 04 und führte die Knappen als Kapitän 1972 zum DFB-Pokalsieg. Libuda ist der einzige Spieler der zwischen den rivalisierenden Klubs hin- und herwechselte und beide Fangruppen lieben ihn trotzdem.

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Schuster

Dafür haben sie auch allen Grund

Reinhard Libuda wird auf Schalke noch heute verehrt. Foto: Imago
Reinhard Libuda wird auf Schalke noch heute verehrt. Foto: Imago

Die Zeit nach dem Fußball verlief für Libuda weniger glücklich. Lange Zeit, vor allem nach der Trennung von seiner Ehefrau, lebte er zurückgezogen in Gelsenkirchen-Haverkamp.

Da er am Anfang seiner Karriere seine Lehre zum Maschinenschlosser abgebrochen hatte, fand er lange Zeit keine Arbeit, bevor er mit Hilfe von Rolf Rüssmann einen Job bei der Thomas-Gruppe, einer Papierveredlungsfirma im Haverkamp, bekam.

Einige Jahre betrieb er danach dann den von Ernst Kuzorra übernommenen Tabakladen auf der Kurt-Schumacher-Straße in Schalke, er übergab diesen später an Heinz van Haaren. Wegen seiner schweren Erkrankung an Kehlkopfkrebs ließ sich Libuda 1992 operieren. Er starb 1996 mit 63 Jahren an einem Schlaganfall – viel zu früh.

Er war der erste Spieler der Mannschaft aus dem Jahrhundertspiel von 1970, der verstarb. Die Beisetzung fand auf dem Ostfriedhof von Gelsenkirchen statt.

Übrigens: „An Jesus kommt keiner vorbei! Außer Stan Libuda.“

Viele versuchen sich auch heute noch an den Dribbelkünsten eines Reinhard Libuda - nur wenige schaffen es. Foto: Getty Images
Viele versuchen sich auch heute noch an den Dribbelkünsten eines Reinhard Libuda - nur wenige schaffen es. Foto: Getty Images

Die Dribbelstärke Libudas war legendär. Als in den 1960er Jahren der Prediger Werner Heukelbach im Ruhrgebiet eine Veranstaltungsreihe durch Plakate mit der Aufschrift „An Jesus kommt keiner vorbei“ bewarb, schrieben Fans unter jedes Plakat den Zusatz „… außer ‚Stan‘ Libuda.“

Im Laufe der Jahre entwickelte sich daraus der Spruch „Keiner kommt an Gott vorbei – außer Stan Libuda“, was einer Frühform der Chuck Norris Facts gleichkam. Der Spruch ist auch Untertitel eines Musicals über den FC Schalke 04.

1970, während der Weltmeisterschaft in Mexiko, sagte Bulgariens Trainer, nachdem seine Verteidiger an dem hakenschlagenden Libuda gescheitert waren:

„Diesen Mann kann man nur mit einer Flinte erlegen.“

2003 entdeckte ein Fan einen Schreibfehler auf dem Grabstein von Reinhard Libuda. Reinhard stand dort mit „ai“ statt mit „ei“ geschrieben. Der Fan meldete sich beim FC Schalke 04; der damalige Manager Rudi Assauer versprach, einen neuen Grabstein in Auftrag zu geben. Aber erst 2004 wurde der Grabstein auf Initiative und nach Protestaktionen eines weiteren Libuda-Fans geändert.

Stan Libudas Tor im Endspiel des Europapokals der Pokalsieger 1966 gegen den FC Liverpool wurde von den Fans im Rahmen der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen von Borussia Dortmund bei der Wahl zum „BVB-Tor des Jahrhunderts“ auf den zweiten Platz gewählt.

Die Zufahrtsstraße westlich der Veltins-Arena in Gelsenkirchen trägt den Namen „Stan-Libuda-Weg“.

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