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Gone too soon – Diese 10 Fußballstars verstarben während ihrer Karriere

Author: Thomas Look

DIE STORY IN KURZEN VIDEOS

DIE STORY IN KURZEN ESSAYS

Gone too soon: Diese 10 Fußballer mussten zu früh gehen

Der Tod hat schon viele Fußballstars zu schnell aus unserer Mitte gerissen. Einige wurden das Opfer heimtückischer Krankheiten oder verunglückten tödlich, andere wählten den Freitod oder gerieten ins Visier von Auftragsmördern. 

Eines haben alle tragischen Todesfälle gemein: Sie einen die Fußballfangemeinde und zeigen die Kraft, die von diesem Sport ausgeht. Aufrichtige Beileidsbekundungen, emotionale Aktionen und ein Gedenken, das über das Tagesgeschäft hinausgeht.

Dass ein Spieler bei seinem Verein auch Jahre nach seinem Tod unvergessen ist, ist in unserer schnelllebigen Zeit keine Selbstverständlichkeit. Doch noch heute gedenken die Fans den zu früh gegangenen Ikonen regelmäßig, wenn der eine Tag wieder kommt.

Robert Enke beging Schienensuizid. Foto: Getty Images
Robert Enke beging Schienensuizid. Foto: Getty Images

Reise ins Reich der Schatten

Unsere Reise ins Reich der Schatten beginnt im Jahr 1991 auf der Autobahn irgendwo zwischen dem Bergischen Land und Köln.

Es trifft einen Spieler, der auf dem Sprung zur Nationalmannschaft stand.

Es folgt ein Nationalspieler, der von einer der tückischsten weil immer noch unheilbaren Krankheiten heimgesucht wird.

Die Krankheit brach aus, da wer noch keine 30 Jahre alt.

Andrés Escobar wurde 1994 ermordet. Foto: Getty Images
Andrés Escobar wurde 1994 ermordet. Foto: Getty Images

Die Helden von Bern

Danach gehen wir zurück ins Jahr 1969 und beleuchten, warum die  längst im Herbst ihrer Fußballerkarriere stehenden „Helden von Bern“ nach dem Tod eines anderen Fußballhelden noch einmal auf den Platz zurückkehrten.

Um zu helfen. In einem Länderspiel hat man die Weltmeister von 1954 nach ihrem Triumph nie wieder in der ursprünglichen Formation gesehen.

Der Anlass war traurig. Der Unfalltod eines hoch angesehenen Bundesligaspielers zur Weihnachtszeit.

Junior Malanda kam bei einem Autounfall ums Leben. Foto: Getty Images
Junior Malanda kam bei einem Autounfall ums Leben. Foto: Getty Images

Ein weiterer Autounfall und zwei Attentate

Zum Ende beschäftigen wir uns mit dem Autounfall eines aufstrebenden Bundesligaspielers und zwei tödlichen Attentaten. Auf einen südamerikanischen Nationalspieler, dessen einziges Verbrechen in einem Eigentor bestand und einen deutschen Nationalspieler, der wohl von Auftragsmördern eines Geheimdienstes umgebracht wurde.

Wir schließen mit dem tragischen Selbstmord des Nationalspielers, der sich für seine Tat entschuldigte.

Hier sind zehn Spieler, die im Laufe ihrer Karriere verstarben und viel zu früh von uns gingen. Die Erinnerung an sie ist bis heute unauslöschlich und Teil der Fußballkultur in Europa, Afrika und Südamerika.

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

Schuster

Gone too soon 10 - 9: Ein deutscher Nationalspieler und ein polnischer Nationalspieler

Bei der Beerdigung von Maurice Banach war auch Berti Vogts zugegen. Foto: Imago
Bei der Beerdigung von Maurice Banach war auch Berti Vogts zugegen. Foto: Imago

10. Maurice Banach (1967 – 1991): Tod auf der Autobahn

Nein, Maurice Banach hat es nie leicht gehabt. Als Sohn eines afro-amerikanischen GI und einer deutschen Mutter musste sich der talentierte Stürmer schon in der Jugend stärker behaupten als andere.

Ein Lautsprecher wie Jimmy Hartwig, ebenfalls Sohn eines farbigen amerikanischen Soldaten, war Banach nie.

„Durch seine besonnene, zurückhaltende, aber zugleich fröhliche Art genoss er besondere Wertschätzung“,

würdigte ihn der 1. FC Köln in einem Nachruf. Von der B-Jugend bei Borussia Dortmund stieß „Mucki“, wie der 1,85 m große Stürmer auch genannt wurde, mit 17 zum Profikader des BVB, machte in 14 Bundesliga-Einsätzen zwei Tore.

Nach seinem Wechsel zur SG Wattenscheid 09 schoss er den Bochumer Stadtteilklub mit 21 Saisontoren 1989/90 fast im Alleingang in die Bundesliga. Sein Durchbruch, denn der 1. FC Köln verpflichtete den hoffnungsvollen Stürmer im Sommer 1990.

Ein Aufenthalt, der Raum für Spekulationen lässt

Maurice Banach wurde 1990 im Trikot von Wattenscheid 09 Torschützenkönig der 2. Bundesliga. Foto: Imago
Maurice Banach wurde 1990 im Trikot von Wattenscheid 09 Torschützenkönig der 2. Bundesliga. Foto: Imago

24 Banach-Tore in 49 BL-Spielen für den FC ließen aufhorchen. Bundestrainer Berti Vogts hatte den dreimaligen U21-Nationalspieler bereits auf dem Zettel, sah ihn als „ehrgeizigen, aber nie verkrampften Goalgetter“.

Dass die beiden Tore zum 4:1-Erfolg gegen Fortuna Düsseldorf am 9. November 1991 die letzten im Leben des Maurice Banach werden sollten, wusste zu diesem Zeitpunkt in Müngersdorf niemand.

Eine Woche später blieb Banach im Anschluss an das Auswärtsspiel beim FC Schalke 04 in seiner Heimatstadt Münster. Ein Aufenthalt, der später Raum für Spekulationen lässt.

Sein Ziel wird er nie erreichen

Banach galt als eines der größten Talente im deutschen Fußball. Foto: Imago
Banach galt als eines der größten Talente im deutschen Fußball. Foto: Imago

Banach will am 17. November 1991 zum FC-Mannschaftstraining hinzukommen. Sein Ziel wird er nie erreichen.

Denn am Morgen des gleichen Tages prallt Maurice Banach bei überhöhter Geschwindigkeit auf der A 1 bei Remscheid an einen Brückenpfeiler.

Sein Wagen geht in Höhe der Anschlussstelle Remscheid-Lüttringhausen in Flammen auf, Banach verbrennt in seinem Fahrzeug, den Rettungskräften bietet sich ein Bild des Grauens.

„Mucki: Unvergessen“

Bei der Beerdigung von Maurice Banach war auch Berti Vogts zugegen. Foto: Imago
Bei der Beerdigung von Maurice Banach war auch Berti Vogts zugegen. Foto: Imago
Die Schock-Meldung erreicht die Domstadt schnell.

„Wenn man eine solche Nachricht erhält, erkennt man schnell die Dimension des Sports“,

sagt ein trauernder Weltmeister Pierre Littbarski

Das BL-Spiel der Kölner gegen Dynamo Dresden wird abgesagt. Beim Länderspiel Belgien – Deutschland (0:1) wenige Tage später gibt es eine Schweigeminute für Banach.

„Nur wer vergessen ist, ist tot. Wir werden dich, Mucki, NIE vergessen“,

geloben die FC-Fans später auf einem Spruchband. Die treuen Anhänger halten Wort. Auch zum 25. Todestag 2016 sieht man im RheinEnergie-Stadion ein Banner für Banach. „Mucki: Unvergessen“, lautet die simple Botschaft.

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

Landon Donovoan war einst für den FC Bayern aktiv. Foto: Getty Images

9. Krzysztof Nowak (1975 – 2005): Verdammtes ALS

Krzysztof Nowak 2003 bei einem Benefizspiel zwischen Wolfsburg und Bayern. Foto: Getty Images
Krzysztof Nowak 2003 bei einem Benefizspiel zwischen Wolfsburg und Bayern. Foto: Getty Images

Wolfgang Wolf kämpfte mit den Tränen. Der hartgesottene Pfälzer, in 248 Bundesliga-Spielen für den 1. FC Kaiserslautern als Abwehrspieler ein unangenehmer Gegner, konnte seine Emotionen nur schwerlich zurückhalten.

Im November 2002, beim letzten Heimspiel im alten VfL-Stadion am Elsterweg und vor dem Umzug in die neue Volkswagen Arena, schob der Trainer der Wolfsburger seinen schwer erkrankten Spieler Krzysztof Nowak im Rollstuhl über den Rasen.

Seinen Stammplatz hatte der seit 2000 an Amyotropher Lateralsklerose (ALS), einer unheilbaren Erkrankung des motorischen Nervensystems leidende Pole bei den Heimspielen der „Wölfe“ neben der Trainerbank.

Zu dem Zeitpunkt, als Wolfgang Wolf mit Nowak noch eine Ehrenrunde im künftig nicht mehr genutzten VfL-Stadion dreht, ist der zehnmalige Nationalspieler Polens bereits schwer von der Nervenkrankheit gezeichnet.

Die Muskeln in den Armen können ihren Dienst nicht mehr tun

Bei dem besagten Benefizspiel kam eine stattliche Spendensumme zusammen. Foto: Getty Images
Bei dem besagten Benefizspiel kam eine stattliche Spendensumme zusammen. Foto: Getty Images

Die Muskeln in seinen Armen können ihren Dienst nicht mehr tun, Autogramme schreibt seine Frau Beata für ihn. An Hilfe für Nowak mangelt es nicht.

Schon nach seinem letzten Heimspiel für den VfL am 27. April 2002 gegen den FC Bayern (0:1) sagen die Münchner Klubverantwortlichen um Manager Uli Hoeneß ihre Unterstützung zu – in Form eines Benefizspiels.

Nowaks Alltag ist da schon längst von einem Arztbesuch-Marathon geprägt. 400.000 Euro erspielen die Bayern und die Wolfsburger später zugunsten der im Mai 2002 gegründeten „Krzysztof Nowak-Stiftung“.

Verdammtes ALS

Krzysztof Nowak spielte einige Zeit für den VfL Wolfsburg. Foto: Allsport
Krzysztof Nowak spielte einige Zeit für den VfL Wolfsburg. Foto: Allsport
Wichtigster Vertrauter von Nowak neben der Familie ist sein Berater Martin Wiesner. „Ohne unsere Freunde würden wir es nicht schaffen“, sagt Beata Nowak.

„Taub und schlapp“,

so beschreibt Nowak die ersten Symptome seiner Krankheit. Ein Taubheitsgefühl in den Armen stellt sich ein, das Trainieren fällt ihm immer schwerer. Am 10. Februar 2001 macht er sein letztes von 83 Bundesliga-Spielen (10 Tore) gegen Hertha BSC. Wenig später ist die Diagnose endgültig.

Die Anteilnahme der Kollegen, die Gespräche mit ihnen in der Kabine, das gebe ihm „viel Kraft, wie die Familie und die Fans“, sagt Nowak nach seinem erzwungenen Abschied. Er besucht Schulmediziner in Deutschland, den Niederlanden in den USA und Malaysia. Die Anzahl der konsultierten Ärzte soll bei 100 liegen. Helfen können sie ihm nicht.

Krzysztof Damian Nowak stirbt am 26. Mai 2005 in Wolfsburg.

Verdammtes ALS!

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